Oracle vs. Open Source?
Sunday September 05th 2010, 21:49h
Filed under: FLOSS

Last week I had the opportunity to write my first article on an ‘open source business topic’ in behalf of Ernst & Young. Have a read on the interesting case - at the moment still in German:

Oracle vs. Open Source? Das Open-Source-Entwicklungsmodell auf dem Prüfstand

Publiziert auf t3n.de: Mit dem Kauf von Sun hat Oracle die Kontrolle über zentrale Open-Source-Technologien wie MySQL, Java und OpenSolaris übernommen. Die jüngsten Entscheidungen von Oracle haben große Diskussionen darüber ausgelöst, ob Oracle das Open-Source-Entwicklungsmodell weiter leben will oder nicht. Wir fassen die aktuellen Ereignisse zusammen und zeigen auf, welche wichtigen Erkenntnisse zur Nachhaltigkeit von Open-Source-Projekten eine differenzierte Sichtweise und vertiefte Analyse der Reaktionen auf die aktuellen Ereignisse liefert.

Es war vorhersehbar: Mit Oracles Kauf von Sun sind zwei Welten zusammengestoßen. Viel wurde bereits bei der Ankündigung im letzten Jahr und bei der Gutheißung durch die Europäische Kommission Anfang 2010 spekuliert, wie diese zwei vollständig unterschiedlichen Unternehmenskulturen aufeinander einwirken würden. Und tatsächlich sieht es so aus als ob selbst die schlimmsten Befürchtungen wahr geworden sind: Stilllegung oder Vernachlässigung von Open-Source-Projekten, Community-Eklats, Preiserhöhungen, Brain Drain und sogar Patentklagen. Bei der Open-Source-Version von MySQL werden wichtige Funktionalitäten wie Backup laut MySQL-Urvater Michael „Monty“ Widenius künftig nicht mehr weiterentwickelt. OpenSolaris wurde faktisch in den Ruhestand geschickt und die Community ausgehebelt, das Governing Board trat vergangene Woche geschlossen zurück. Das zuvor gratis erhältliche ODF-Plugin kostet nun plötzlich 90 US-Dollar. Open-Source-Experten und Software-Entwickler von Sun wie Simon Phipps, Adam Leventhal, Tim Bray oder James Goslin haben Oracle unter lautem Protest verlassen. Und der größte aller Coups: Oracle hat Google wegen Patentverletzungen bei Androids Java-Implementation verklagt. Auf den ersten Blick scheint es also so, als ob nach Microsoft nun Oracle der neue „IT-Konzern non grata“ der Open-Source-Szene werden möchte.

Fokus auf ein einziges Open-Source-Betriebssystem

Fragt man aber bei Oracle-Managern nach und recherchiert man etwas genauer, dann tauchen für die meisten Vorkommnisse plötzlich nachvollziehbare Erklärungen auf, die Oracle wieder in besseres Licht rücken. Zum Beispiel OpenSolaris. Dies war seit der Lancierung im Jahr 2005 Suns Open-Source-UNIX-Antwort auf die Linux-Distributionen. Oracle hingegen wirkt schon seit vielen Jahren substanziell an der Weiterentwicklung des Linux Kernels mit. In zwei freie Open-Source-Betriebssysteme zu investieren habe sich für Oracle zu kostenaufwändig herausgestellt, erklärten uns auf Nachfrage zwei Oracle-Manager, die namentlich nicht genannt werden wollen. Insbesondere weil OpenSolaris nie einen relevanten Marktanteil erlangt habe. Deshalb wolle sich Oracle nun auf den kommerziellen Vertrieb von Solaris konzentrieren und sein Open-Source-Engagement auf Linux fokussieren. Die zweigleisige Strategie, einen Open-Source- und einen Closed-Source-Software-Stack zu vertreiben, hat Oracle noch nie verheimlicht. Und dass die externe OpenSolaris Entwickler-Gemeinschaft vor den Kopf gestoßen wird, stört Oracle nicht weiter, denn es kann kein guter Ruf verloren gehen, wo noch nie einer war.

Laut Aussagen der beiden Oracle-Manager genießt MySQL hingegen weiterhin eine wichtige Stellung innerhalb von Oracle, wie die interne Reorganisation zeige. Gestützt wird dies durch eine Umfrage von Jaspersoft, die ergeben hat, dass MySQL-Benutzer nun unter Oracle gar eine Verbesserung der Weiterentwicklung von MySQL erwarten. Dem widersprechen MySQL-Mitgründer Monty Widenius sowie ein langjähriger MySQL-Mitarbeiter im Interview; Oracle habe gar keine wirklich erfahrenen MySQL-Entwickler mehr behalten können, weil die meisten Schlüsselpersonen bereits nach dem Kauf von Sun die Firma verlassen hatten. Wie wichtig die Weiterentwicklung von MySQL für Oracle nun tatsächlich ist, muss die Zukunft zeigen.

Beim Kritikpunkt des neuerdings kostenpflichtigen ODF-Plugins für Microsoft Office und die angeblichen Preiserhöhungen für Support von Suns Hard- und Software geben die Oracle-Manager eine nachvollziehbare Begründung an. Sun war bekannt dafür, dass sie schlecht im Vermarkten ihrer eigentlich hochqualitativen Produkten waren und entsprechende Verluste einfuhren. Oracle hingegen verfügt über eine riesige Verkaufsbelegschaft und hat diese schon seit jeher entsprechend den Abhängigkeiten seiner Kunden die Preise diktieren lassen. Auch hier ein logisches Verhalten einer gewinnorientierten Organisation.

Die Abgänge bei den Open-Source-Entwicklern erklären die Oracle-Verantwortlichen mit einer natürlichen Fluktuation bei Firmen-Mergern und betonen gleichzeitig, dass dies von den rund 35.000 Ex-Sun-Angestellten bloß ein paar wenige aber sehr wortstarke Mitarbeiter sind. Wichtig sei auch zu berücksichtigen, dass gesunde Open-Source-Projekte eben gerade nicht von Einzelpersonen abhängen dürfen und im Firmenalltag auch tatsächlich von vielen verschiedenen Programmierern weiterentwickelt werden.

Feuersturm Oracle-Klage gegen Google

Die Story rund um Oracles Klage gegen Google hat schließlich am meisten Staub aufgewirbelt und wird am prominentesten diskutiert. Dies, weil sich a) zwei prominente IT-Großkonzerne rechtlich und kommunikativ streiten, b) mit Android und Java zwei hochaktuelle Technologien betroffen sind und es c) um Grundsatzfragen wie Software-Patente und Community-Prozesse geht. Die Geschichte geht zurück ins Jahr 2007, als Google Android auf den Markt brachte, sich aber nicht mit Sun auf eine Lizenzierung der Java-Umgebung einigen konnte. Sun hatte zwar Google auf die Umgehung des Java Community Prozesses hingewiesen, dennoch aber nie konkrete Maßnahmen ergriffen. Unterdessen besitzt Oracle die gesamten Sun-Patente im Zusammenhang mit Java und verwendet diese nun gegen Google – ein leidiger Krieg um geistiges Eigentum beginnt, wie ihn die Open-Source-Szene schon oft erlebt hat (siehe SCO vs. IBM oder Microsoft vs. TomTom).

Wie diese Situation nun zu interpretieren ist, daran scheiden sich die Geister. Laut den befragten Oracle-Managern unterstütze die Klage gegen Google die Open-Source-Community, denn sie zwinge den Internet-Giganten an die Einhaltung des Java-Community-Prozesses. Diese Sichtweise wird auch von Experten innerhalb der Java-Community geteilt. Ganz anders stellt natürlich Google die Situation dar. Wie TechCrunch mitgeteilt wurde, verurteilt Google die Klage von Oracle als Angriff auf die Java-Entwicklergemeinde und impliziert gleich in allen drei Sätzen, dass sie die eigentliche Open-Source-Community vertreten. Deckungsfeuer erhält Google durch Adobes Open-Source-Chef Dave McAllister, der in Microsoft und Oracle eine „Achse des Bösen“ sieht.

Etwas differenziertere aber nicht weniger spannende Sichtweisen werden von vielen weiteren Open-Source-Experten wie Java-Vater James Goslin („war zu erwarten“), GNOME- und Mono-Gründer Miguel de Icaza (pure Schadenfreude), Canonical-COO Matt Asay („den Osterhasen gibt es nicht“) , Software-Patent-Gegner Florian Müller („ich habe es immer gewusst“) sowie Business-Model-Kenner Carlo Dafara (pragmatische Detailanalyse) verfasst. Interessanterweise zeigen diese Kommentare deutlich auf, dass kein klares „Oracle vs. Open Source“ oder „Google ist pro Open Source“ auszumachen ist. Beide Firmen verwenden offenbar den Begriff „Open Source“ zu ihren Gunsten, um der IT-Welt einen eiskalt geplanten Rechtsstreit zu begründen. Denn selbst Google hält sich nicht immer an die Good-Governance-Prinzipen von Open-Source-Communitys, wie Jason Hiner in seinem Artikel „The dirty little secret about Google Android“ beschreibt. Verständlicherweise möchte sich Chris DiBona, Open-Source-Verantwortlicher bei Google, auf Anfrage von t3n momentan nicht dazu äußern.

Open-Source-Entwicklungsmodell auf dem Prüfstand

Die aufgezeigte Streitfälle sind zwar an sich relativ unabhängige Geschichten, die unterschiedliche Open-Source-Communitys betreffen. Und doch haben sie eines gemeinsam: In allen Geschehnissen steht das Open-Source-Entwicklungsmodell auf dem Prüfstand. Was passiert, wenn eine große Technologie-Firma die Entwicklungsstrategie ihrer Open-Source-Produkte wechselt und wieder einen Schritt Richtung Closed Source vornimmt? Sind die Benutzer der Software tatsächlich unabhängig genug vom Anbieter, um den notwendigen Support künftig woanders zu erhalten? Laut Theorie des Open-Source-Entwicklungsmodells sollte der Wegfall eines Entwicklers oder einer ganzen Firma nicht wesentlichen Einfluss auf die Fortsetzung des Open-Source-Projekts haben, denn andere Personen und Organisationen können Dank des frei zugänglichen Quellcodes in die Bresche springen und entsprechende Aufgaben übernehmen. Im Extremfall würde dies gar bedeuten, dass sich ein Teil der Entwickler-Community organisatorisch abspaltet, den Quellcode kopiert und unter neuem Namen als so genannten Fork („Gabelung“) weiterentwickelt. Somit müssen die Sponsoren eines Open-Source-Projekts wissen, dass die Community jederzeit ihr digitales Damoklesschwert, das Forking, einsetzen kann, wenn sich die steuernde Firma nicht richtig verhält. Aus diesem Grund herrscht nur geringe Anbieterabhängigkeit bei Open-Source-Software, da sie nicht von einer einzelnen Organisation kontrolliert werden kann.

Soweit die Theorie. In der Realität gibt es unterschiedliche Open-Source-Projekte, die von sehr heterogenen Communitys (beispielsweise der Linux Kernel) bis hin zu stark homogenen Entwickler-Strukturen (beispielsweise OpenSolaris) reichen. Obwohl die Software stets als bezeichnet werden kann, da sie unter einer entsprechend OSI-zertifizierten Lizenz veröffentlicht wurde, sind die Community-Strukturen doch vollständig anders. Verlässt eine Firma die Linux-Entwicklergemeinschaft, hat dies keine gravierenden Konsequenzen. Stellt nun aber Oracle die Weiterentwicklung von OpenSolaris ein, wird dies ein Überlebenskampf für die zurückbleibende Community. Diese hat im Sommer 2010 vorausschauend ein Fork von OpenSolaris, das Projekt Illumos, gegründet. Ob dies eine nachhaltige Alternative für OpenSolaris-Benutzer ist, wird sich zeigen. Ein OpenSolaris-Kunde, der nicht genannt werden möchte, bezweifelt, dass die Community ohne Unterstützung von Oracle ein genügend zuverlässiges und kompetentes Support-Modell aufbauen kann. Zudem hat er gerade wegen der großen Unternehmung hinter OpenSolaris auf diese Plattform gesetzt. Zu einem neuen Open-Source-Community-Projekt wie Illumos habe er zumindest zur Zeit noch wenig Vertrauen. So prüfe er längerfristig auch Alternativen wie die Migration auf eine Linux-Plattform.

Erfolgreiche Forks von Suns Open-Source-Software

Bei anderen von Oracle abgestoßenen Open-Source-Projekten sieht die Situation besser aus. So haben sich beispielsweise Simon Phipps und zahlreiche weitere Personen, die zuvor bei Sun mit der Single Sign-On-Plattform OpenSSO beschäftigt waren, unter dem Firmennamen ForgeRock zusammengeschlossen und bieten nun ein umfassendes Portfolio von Dienstleistungen inklusive Bug-Fixing und Code Analysis für die ehemalige Sun-Software an. Bei proprietärer Software wäre dies unmöglich gewesen, aber bei Open-Source-Software ist das absolut legal.

Ein weiteres Erfolgsbeispiel eines Forks hat MySQL-Mitgründer Monty Widenius bereits vor eineinhalb Jahren gestartet, als er seine Anteile an MySQL verkauft und mit rund zwanzig anderen Kern-Entwicklern die Firma Monty Program AB gegründet hat. Sie haben das Projekt MariaDB lanciert, ein so genannter Branch des MySQL-Quellcodes, da Verbesserungen (Patches) nach wie vor zu einander kompatibel sind und auch entsprechend integriert werden. Daneben gibt es noch weitere MySQL-Branches bzw. -Forks wie Drizzle, Percona Build, XtraDB und OurDelta.

Verteiltes Wissen ist elementar

Der Ausgang der zwei erwähnten Unternehmensgründungen ist ungewiss. Die Firmen müssen mit ihren Open-Source-Forks erst beweisen, dass sie langfristig unternehmerisch erfolgreich sein können. Dennoch sind aus dem Oracle-Case bereits heute einige Erkenntnisse möglich, die Aufschluss über künftige Evaluationen von Open-Source-Lösungen geben.

Wichtig ist daran zu denken, dass Großkonzerne trotz öffentlichen Commitments für die Open-Source-Philosophie nie aus Mitgefühl oder Selbstlosigkeit handeln sondern am Ende des Tages immer nach den Marktmechanismen funktionieren. Unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlichte Software kann kein Unternehmen wieder zurückziehen, aber wenn es die Urheberrechtsbestimmungen zulassen, können beispielsweise künftigen Software-Versionen als proprietäres Produkt weiterentwickelt werden, wie Oracle dies mit OpenSolaris und Teilen von MySQL geplant hat. Ein künftiges Opfer einer derartigen Entwicklung könnte auch OpenOffice.org sein, wenn nicht rechtzeitig eine handlungsfähige Trägerschaft gegründet wird.

Als Fazit gilt: Die digitale Nachhaltigkeit eines Open-Source-Projekts wird negativ beeinflusst, wenn die Entwickler-Ressourcen von einer einzelnen Firma stammen. Wird ein Projekt wie OpenSolaris vorwiegend durch ein Unternehmen weiterentwickelt, befinden sich die Software-Benutzer trotz Open-Source-Lizenz in einer großen Abhängigkeit zum Software-Hersteller. Erst wenn eine Open-Source-Community aus genügend unterschiedlichen Beitragen wächst und die Weiterentwicklung von einer unabhängigen Non-Profit Organisation koordiniert wird (siehe als Beispiel die Eclipse Foundation), kann von einem digital nachhaltigen Open-Source-Projekt gesprochen werden. Es kommt somit nicht nur auf den frei verfügbaren Quellcode an, sondern wirklich wertvoll sind die Kern-Entwickler dahinter und dass ihr Wissen möglichst breit gestreut ist. Unter anderem auf dieses Qualitätskriterium sollten Organisationen künftig bei der Wahl von Open-Source-Plattformen achten.

Über den Autor

Dr. Matthias Stürmer ist Senior Advisor bei Ernst & Young in den Bereichen Open Source, Social Media und Mobile Communications. Seine Doktorarbeit hat er an der ETH Zürich über den Einfluss von Firmen auf Open-Source-Communities verfasst. Matthias Stürmer ist Vorstandsmitglied der Swiss Open Systems User Group /ch/open und unter anderem Initiant der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit.



Presenting Nokia’s open source involvement and much more
Friday June 25th 2010, 12:08h
Filed under: ETH Zürich, FLOSS, Linux, Research

Today I gave a talk at TransferSummit 2010 in Oxford on the Nokia Internet Tablet development (breaking news: “Nokia N-series devices to drop Symbian in favour of MeeGo”), Private-Collective Model of Innovation, benefits and cost of open source community building, the open source adoption matrix and ‘open-washing’ questions to firms.

The audience liked my speech but especially loved the Prezi-way of presenting it. That’s the backdraw with such innovative presentation technologies: The form becomes more important than the content ;)



Evangelism 2.0 at Netzzunft at Open Broadcast
Saturday June 19th 2010, 20:57h
Filed under: FLOSS, Private

Tonight I had a very special speech at Netzzunft guest at the Open Broadcast studios in Basel, a new user-generated radio station. Evangelism 2.0 was the topic where Sascha Corti, Technology Evangelist at Microsoft, Peter Schulz, CTO at Joiz, and I had to talk about our individual perspective of evangelism in the technology sector.

In my presentation I described the similarities and differences between open source software and Christianity. Obviously the relation between these two issues provoked an interesting discussion among the participants ;) My conclusion was that while religion is a matter of faith and trust choosing open source licensed software has nothing to do with faith but is a rational decision for beneficial license terms as described in the recent Netzwoche article “Open Source ist keine Glaubensfrage”.

Here is the animated Prezi mind map:



Participating at the TransferSummit in Oxford
Wednesday April 28th 2010, 23:15h
Filed under: FLOSS, Research

I’m very much looking forward to the upcoming TransferSummit in June in Oxford, UK. The organizers accomplished to setup a great speaker list with lots of interesting open source evangelists (including my humble self talking about my dissertational research). This will feel like a family gathering to meet fellows such as Danese Cooper, Stormy Peters, Bertrand Delacretaz, and Martin Michlmayr. I’ve met them at one of the many open source conferences I’ve been to in the last 7 years - and suddenly I feel old ;)




Digitale Nachhaltigkeit is finally in Wikipedia DE!
Sunday December 06th 2009, 22:57h
Filed under: ETH Zürich, FLOSS, Politics, Research

Wikipedia DEFinally the Wikipedia DE community accepted the entry for “Digitale Nachhaltigkeit”. Just hours after my initial publication of the short article a request for deletion was posted by Wikipedia watchers. This was followed by a long discussion between the editors, Thorsten Busch, and myself. In the end, one of the Wikipedia admins reasoned that our parliamentarian group, the Open Source Jahrbuch, and the ETH Zürich together are able to establish a new terminology - how powerful we are ;)

Nevertheless this incident proved for me personally that Wikipedia and open content systems are able to function on a sustainable basis - exactly the idea behind our definition of digital sustainability. The immediate reaction that the term is not yet established was justified and forced me to improve and enhance the article with other sources I found.

BTW, the two other Wikipedia articles I’ve created in the English chapter didn’t stimulate any discussion: the private-collective model of innovation and Prof. Georg von Krogh. Either they are much more established than the term “Digitale Nachhaltigkeit” (which they are of course ;) or the German Wikipedia community is really as rigorous as recently discovered.



How to Use the Open Source Community Principle in E-Government
Wednesday November 18th 2009, 8:33h
Filed under: ETH Zürich, FLOSS, Politics

Yesterday I had a talk at the 3rd E-Government Symposium in Bern about how to use the open source community principle in e-government projects. Interest in the topic was huge compared to my speech two years ago. This time the room was full of people. Many came to me after the presentation to talk about the ideas and possible future applications in federal and cantonal e-government projects. It seems open source is finally becoming a more mainstream topic - even in public administration!

Nachhaltige, innovative eGovernment-Lösungen basierend auf dem Open Source Community-Prinzip

“Einsparungen durch Mehrfachnutzung und offene Standards: Dank dem Prinzip Einmal entwickeln - mehrfach anwenden, offenen Standards und gegenseitigem Austausch werden die Investitionen optimal genutzt.” Dieser Grundsatz, zitiert aus der E-Government-Strategie Schweiz, illustriert prägnant die Vorteile von Open Source Software und Open Standards für E-Government Vorhaben.

Aber nicht nur die freie Wiederverwendung der Technologien selbst, sondern auch deren Herstellungsprozesse bieten öffentlichen Institutionen Potential für Kostenersparnisse und Innovationen um eine nachhaltige Digitalisierung sicherzustellen. Neue, kollaborative Ansätze der Software-Entwicklung in öffentlichen Verwaltungen sind erfolgreich wie das von mehreren Kantonen gemeinschaftlich entwickelte Gemeinderegistersystem GERES für die Volkszählung 2010 oder Beschaffungspraktiken des Vereins Schweizerische Städte- und Gemeinde-Informatik SSGI zeigen. Wie diese Beispiele demonstrieren, erlauben innovative Organisationsstrukturen, anlehnend an das Community-Prinzip von Open Source Projekten, die hemmenden Seiten des Föderalismus zu überwinden und gewährleisten gleichzeitig die Handlungsfreiheit und Abdeckung der individuellen Bedürfnissen der einzelnen Verwaltungsstellen.

Das Referat erläutert Grundlagen des Open Source Entwicklungsmodells, portraitiert aktuelle E-Government Projekte basierend auf Open Source Software und Open Standards und zeigt auf, wie Behörden künftig noch besser die Vorteile des Community-Prinzips nutzen können. Insbesondere werden der Begriff der “Digitalen Nachhaltigkeit” eingeführt und aktuelle Tätigkeiten aus der gleichnamigen Parlamentarischen Gruppe zusammengefasst.

Kurz-Biographie

Matthias Stürmer, Dr. sc. ETH Zürich, lic.rer.pol., hat im Sommer 2009 an der ETH Zürich seine Dissertation über den Einfluss von Firmen auf Open Source Communities abgeschlossen und arbeitet heute als Projektleiter und Berater bei der Web-Entwicklungsfirma Liip. Daneben ist er Vorstandsmitglied der Swiss Open Systems User Group /ch/open und Sekretär der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit.

Portrait Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit

Wissen ist für die Schweiz von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung: Bildung der Bevölkerung, Innovationskraft der Unternehmen, Effizienz in der öffentlichen Verwaltung, Exzellenz in der Wissenschaft – fast alle Gesellschaftsbereiche setzen die langfristige und offene Verfügbarkeit von Wissensgütern voraus. Im heutigen Informationszeitalter sind somit ein nachhaltiger Umgang mit digitalen Technologien gefragt um in der Schweiz das Potential der fortschreitende Digitalisierung auch in Zukunft nutzen zu können.

Zur Thematisierung und Förderung dieses Anliegens auf politischer Ebene ist im Mai 2009 die parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit gegründet worden. Präsidiert von Nationalrätin Edith Graf-Litscher (SP, Kt. Thurgau) und Nationalrat Christian Wasserfallen (FDP.Die Liberalen, Kt. Bern) und besetzt mit 23 weiteren Mitgliedern aus dem National- und Ständerat unterstützt die Gruppe den nachhaltigen und innovativen Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien. Die vier konkreten Handlungsgebiete umfassen die Förderung von Open Source Software, offenen Standards sowie freiem Zugriff auf Forschungsresultate (Open Access) und andere Inhalte (Open Content).



Netzwoche Article about the Concept of Digital Sustainability
Tuesday November 10th 2009, 10:36h
Filed under: FLOSS, Politics

In this week’s Netzwoche there is an article of mine about the concept of Digital Sustainability:

Digitale Nachhaltigkeit - ein Konzept mit Zukunft
Der nachhaltige Umgang ist nicht nur bei natürlichen Ressourcen notwendig, sondern wird künftig auch bei digitalen Gütern immer wichtiger. Doch welche Auswirkungen und Potenziale hat diese Entwicklung für Produzenten und Konsumenten insbesondere von Software?

Digitale Nachhaltigkeit - ein Konzept mit Zukunft



Doctoral thesis published - “How Firms Make Friends: Communities in Private-Collective Innovation”
Tuesday November 03rd 2009, 7:46h
Filed under: ETH Zürich, FLOSS, Research

Now it’s final final: The 40 printed copies of my doctoral dissertation have arrived (everything written and layoutet with OpenOffice.org). Here on this blog I publish the abstract of the thesis and the PDF download of the introduction chapter (under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Switzerland license) without the appendix (because these are published research papers in scientific journals - so much about open access…). This introduction chapter can also be bought on Amazon for USD 79 ;)

Update 2011-04-26: I’m now publishing here the full PhD thesis including the three scientific papers in the appendix (PDF, 1.7MB).

How Firms Make Friends: Communities in Private-Collective Innovation

Abstract: When firms contribute to open source projects, they in fact invest into public goods which may be used by everyone, even by their competitors. This seemingly paradoxical behavior can be explained by the model of private-collective innovation where private investors participate in collective action. Previous literature has shown that companies benefit through the production process providing them with unique incentives such as learning and reputation effects. By contributing to open source projects firms are able to build a network of external individuals and organizations participating in the creation and development of the software. As will be shown in this doctoral dissertation firm-sponsored communities involve the formation of interorganizational relationships which eventually may lead to a source of sustained competitive advantage. However, managing a largely independent open source community is a challenging balancing act between exertion of control to appropriate value creation, and openness in order to gain and preserve credibility and motivate external contributions. Therefore, this dissertation consisting of an introductory chapter and three separate research papers analyzes characteristics of firm-driven open source communities, finds reasons why and mechanisms by which companies facilitate the creation of such networks, and shows how firms can benefit most from their communities.

How Firms Make Friends: Communities in Private-Collective Innovation



Talking about Digitale Nachhaltigkeit
Monday October 12th 2009, 19:34h
Filed under: ETH Zürich, FLOSS, Politics

Since spring, when we founded the Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit (group of parliamentarians on digital sustainability), interest in this topic is rising. This and next month only I’m doing four speeches on these issues starting tomorrow in Vienna:

“Digitale Nachhaltigkeit: Zusammenhang zwischen Open Source Software, Offenen Standards und freiem Wissen” October 13th, 2009 at Fachtagung „InterOperabilität - vom Stand der Technik zu Zukunftsstrategien auf europäischer Ebene“ in Vienna, Austria

“Open Source 2010: Vision eines Lobbyisten” October 28th, 2009 at Puzzle Tech Talk, Bern, Switzerland

“Digitale Nachhaltigkeit: Auswirkungen für Business und Gesellschaft” November 12th, 2009 at World Usability Day, Technopark, Zürich, Switzerland

“Nachhaltige, innovative eGovernment-Lösungen basierend auf dem Open Source Community-Prinzip” November 17th, 2009 in Fachsession of eGovernment-Symposium 2009, Bern, Switzerland

Although I’ll focus a little bit for each presentation and adapt the slides, the key message stays the same as is has done in my previous speeches on this topic:

OpenExpo 2009 Winterthur

“Digitale Nachhaltigkeit in der Schweiz – ein Bericht zur Lage der Nation” September 23th, 2009 at OpenExpo, Switzerland (YouTube and PDF slides)

Participant of panel discussion “Proprietäre Software versus Opensource – Erfahrungen im Dokumenten Management” September 18th, 2009 at eGov Fokus “Dokumenten-Management und Langzeitarchivierung”, Kompetenzzentrum Public Management und E-Government, Berner Fachhochschule Wirtschaft und Verwaltung, Switzerland

“Netzzunft-Treffen: Politik 2.0 Teil 1 – Digitale Nachhaltigkeit” July 29th, 2009 at ETH Zürich, Switzerland (PDF slides)

Thinking about the passed and the planned presentations I realize that we’re indeed in the middle of the process of defining the term “Digitale Nachhaltigkeit” or digital sustainability. Just tonight I spoke with my ETH-PhD colleague Marcus Dapp (his blog) about his definition of “Digitale Nachhaltigkeit” - he doesn’t have one either despite teaching his lecture “Digitale Nachhaltigkeit in der Wissensgesellschaft” (lecture slides) for the fourth time - he promised me to change this soon ;)



Almost at the end of my educational career
Wednesday October 07th 2009, 22:58h
Filed under: ETH Zürich, FLOSS, Research

A week ago I finished my doctoral dissertation project by successfully defending my thesis against tricky questions by my supervisor Prof. Georg von Krogh and co-referee Prof. Sonali Shah - who came directly from Seattle just for this examination! So thanks to everyone who shared the thrill with me - especially Martin Krafft who asked a nasty question on methodology in the end! Well, I forgive you knowing that your defense is still coming up ;) - Here’re BTW the defense slides:

Thus my long educational career is almost at its end. I just need to clean up the thesis now, print it and hand it in, then I may finally be called doctor ;) However, it’s not yet the end of academia. At the moment I’m teaching Strategic Management with Georg and also write a revision of our lightweight reuse paper. And if things turn out well I might even start a new research project on open source communities - let’s see what the future brings!