Facebook and Politics
Saturday January 29th 2011, 8:05h
Filed under: Politics

This month it was my turn to write the editorial on our city of Bern EVP party booklet. As I believe that social media is an important topic for the upcoming national elections I published a short introduction for the newbees and my thoughts about how Facebook & Co. will influence elections and politics in general:

Mit Facebook & Co. zu mehr Wahlerfolg und Politik-Vertrauen

«Viele Menschen wollen Gott dienen – die meisten als Berater.» Diese Aussage hat kürzlich Martin Werlen, Abt des Kloster Einsiedeln, versendet. Gelesen haben es seine 1896 «Followers», die Werlens täglichen Mitteilungen auf dem Online-Dienst Twitter (engl. Gezwitscher) mitverfolgen. Anhand 140 Zeichen kurzen Statements erhalten sie Einblick hinter die Klostermauern, bekommen den abwechslungsreichen Alltag des Abts zu spüren und erfahren regelmässig clevere Bahngleichnisse und andere Weisheiten. Und noch besser: Etwa ein Dutzend dieser Followers, meist Leute ohne engen Bezug zum christlichen Glauben, haben den Spruch «re-tweetet» und so an die eigenen Hunderten von Lesern weitergeleitet. Eines der Erfolgsrezepte für diese Beliebtheit von Werlen ist der engagierte Dialog, den er mit seinen Followers führt. Kaum eine Reaktion bleibt unbeantwortet, alle noch so kritischen Kommentare erhalten die Aufmerksamkeit des Abts.

Was hat all das mit Politik und der EVP zu tun? Erstaunlicherweise zur Zeit noch sehr wenig. Denn eigentlich sind soziale Medien wie Facebook, Twitter, Blogs usw. sehr attraktiv für Wahlen und Abstimmungen. Barack Obama hat diese Medien gezielt und erfolgreich für die Mobilmachung seiner Wählerbasis genutzt. Auch in der Schweiz ist das Potenzial gross: Laut neusten Zahlen haben in der Schweiz schon rund 2,4 Millionen Personen ein Facebook- Profil, ein Drittel der Bevölkerung. Vor vier Jahren waren es erst etwa 150000. Bei den diesjährigen Nationalratswahlen werden soziale Medien darum eine relevante Rolle spielen. Da ist es logisch, dass Kandidierende und Parteien, die aktiv und kreativ mit diesen Internet-Communities interagieren, von der Bevölkerung wie von den traditionellen Medien stärker beachtet werden.

Soziale Medien eignen sich in der Politik aber nicht nur für den Wahlkampf. Auch während der Legislatur ist es sinnvoll, wenn Gewählte hautnah aus ihren Geschäften berichten oder auch mal Fragen stellen und öffentlich Meinungen einholen – schliesslich vertreten sie ja die Bevölkerung. Auch öffentliche Stellen tun gut dabei, über Internet-Technologien noch offener und professioneller als bisher zu informieren. Durch mehr Offenheit und Transparenz in der Politik wird so vielleicht gar der nächste Wikileaks-ähnliche Skandal etwas weniger spektakulär, weil die Bevölkerung wieder stärkeres Vertrauen in das öffentliche System gewonnen hat.


2 Comments so far
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“Social Media” schön und gut, aber eine Abhängigkeit von US-Unternehmen wie Facebook, die die Privatsphäre ihrer Benutzer wie Dreck behandeln, gilt es zu vermeiden — insbesondere für Politik und den öffentlichen Dienst. Also: bitte weniger Lobeshymnen auf das was ist, sondern mehr Aufrufe, den Status Quo zu verbessern (dezentralisieren), damit “Social Media” vielleicht eines Tages wirklich zu einem verlässlichen Medium werden kann — auch für Politik und den öffentlichen Dienst.

Comment by martin f. krafft 01.29.11 @ 8:59h

Du hast absolut Recht, Martin, dass Facebook alles andere als perfekt ist - so wie die meisten anderen Technologien. Allerdings kann man in 2200 Zeichen nicht alle Aspekte diskutieren wenn es hauptsächlich darum geht, erstmal die Relevanz von Social Media aufzuzeigen. Zudem muss man sich als PolitikerIn halt dort aufhalten, wo das ‘Volk’ sich befindet, sonst nützt Social Media nix. Und gleichzeitig setze ich mich für digital nachhaltige Medien und Technologien, um längerfristig weniger abhängig von Facebook & Co. zu sein.

Comment by Matthias Stürmer 01.29.11 @ 10:27h



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