Rückblick Treffen am 10. Mai 2006 der StopArmut Regionalgruppe Bern
Friday May 12th 2006, 21:36h
Filed under: Uncategorized

Nächstes Treffen: Dienstag, 20. Juni 2006 um 19.00 Uhr im Raum “eleven” der Vineyard Bern, Nägeligasse 11

Am 10. Mai 2006 trafen wir uns von der Regionalgruppe Bern zum zweiten Mal. Es war ein spannender Abend, mit grundlegenden Diskussionen und intensivem Austausch. Erfreulicherweise waren wir dieses Mal mit 12 Personen noch mehr Teilnehmende als beim ersten Treffen! Die im März neu gegründete Gruppe scheint offenbar Leute in der Region Bern anzusprechen, sich über die Millenniumsentwicklungsziele, die weltweite Armutsbekämpfung und die konkreten lokalen Aktionsmöglichkeiten Gedanken zu machen und zu handeln.

Einander kennen lernen
Begonnen haben wir mit einer Vorstellungsrunde, in der alle kurz von ihrer Person und der Motivation bei StopArmut mitzuwirken berichteten. Interessant war zu erkennen, dass wir unterschiedliche Gründe hatten, an diesem Abend zusammenzukommen. Einige waren da, weil sie aktiv werden wollten in ihrer Gemeinde, andere wollten sich erst einmal etwas genauer informieren was StopArmut eigentlich ist und was die eigene Position in diesem Zusammenhang sein könnte. Viele der Anwesenden waren selber schon mal in einem Einsatz im Ausland und konnten im Laufe des Abends auch kurz davon berichten – wie im StopArmut-Modul „Freiwilligeneinsatz“ beschrieben ein deutliches Beispiel dafür, dass Kurzzeiteinsätze im Ausland langfristig die Engagierten und ihr Umfeld verändern!

Wertvoller Informationsaustausch
Im ersten Teil des Abends fand ein interessanter Informationsaustausch auf verschiedene Weise statt: Es wurde über bisherige Aktivitäten und persönlich Erlebtes berichtet, über auf dem Internet gefundene und gelesene Artikel diskutiert und auf zukünftige Anlässe und Vorträge hingewiesen. Rebecca zum Beispiel erzählte vom StopArmut-Stand, den sie in ihrer Gemeinde vor einem Monat organisiert hatten. Leider konnten sie nicht viele Unterschriften für den Micah Call sammeln, aber durch die Präsenz mit StopArmut-Banner, Flyer und Info-Material wurden doch einige neue Leute über die Kampagne informiert. Enttäuscht war Rebecca auch, dass das Engagement für die Armen in Entwicklungsländern oft nicht als Anliegen gesehen wird, obwohl ihres Erachtens dies dazu führt, Jesus ähnlicher werden.

Warum interessiert das Thema so wenige?
Wir fragten uns deshalb, weshalb heute unter Christen relativ häufig – mehr noch als bei Nicht-Christen – ein Desinteresse für Fragen über soziale Gerechtigkeit besteht. Früher waren doch solche Themen gerade in christlichen Kreisen sehr wichtig, wie Andreas Kusch am Forum i berichtet hatte. Eine mögliche Erklärung fanden wir in den vielen, täglichen Meldungen über Armut, Krieg etc., die uns mit der Zeit abstumpfen und uns taub machen. Eine andere Antwort war, dass die ganze Thematik zu komplex sei und zu wenig einfache, konkrete Handlungs-Möglichkeiten bestünden. Damit waren wir in der Diskussion bei unserer Verpflichtung von der letzten Sitzung angelangt, mindestens ein Jahr lang möglichst Max Havelaar-Produkte und generell saisongerecht einzukaufen. Nicole berichtete davon, wie sie einmal ein Birchermüesli vorbereitete und dafür eigentlich gerne Trauben gekauft hätte. Da diese im Laden jedoch von Südafrika stammten, entschied sie sich gegen den Kauf.

Idee Fair Trade-Stadtplan
Und schon hatte Patrick die erste konkrete Idee des Abends: Auf einem Berner Stadtplan alle Läden einzeichnen, in denen Fair Trade-Artikel verkauft werden. Denn er hatte gerade kürzlich gemerkt, dass er nur wenige der angebotenen Max Havelaar-Produkte kennt. Und auch ich erinnerte mich an die paar Male, bei denen ich den claro-Laden vergeblich gesucht hatte. Patrick klärt nun ab, ob allenfalls schon solche Fair Trade-Ortspläne existieren und ob allenfalls claro, Max Havelaar und andere Organisationen und Unternehmen bereit wären, sowas herzustellen.

Rückblick Forum i und Abschweifen in den Kongo
Als nächstes tauschten wir aus über unsere Erlebnisse am Forum i vor 10 Tagen in Aarau. Bettina war beeindruckt vom Referat von Melba Maggay, von ihrem Engagement und auch von den konkreten Ratschlägen, die sie gab. Der Vortrag zeigte klar auf, dass in der Bibel zahlreiche Stellen uns auffordern für die Armen, Unterdrückten einzustehen. Zum Beispiel ist das biblische Erlassjahr eine deutliche Parallele zur aktuellen Diskussion des Schuldenerlasses Nord-Süd. Wir tauschten auch über die Workshops aus, welche Dinge wir daraus mitnehmen konnten und was leider noch zu unspezifisch war um in unserem Umfeld umgesetzt zu werden. – Und da waren wir auch schon wieder abgeschweift durch meine Nachfrage bei Patrick, wie er denn seinen 14-monatigen Einsatz bei MedAir im Kongo erlebt habe. Sehr eindrücklich, er denke immer noch viel an die Erlebnisse zurück. Schwierig sei die Situation in diesem Bürgerkrieg-zerstörten, zweitärmsten Land der Welt vor allem auch im Bildungsbereich: Sämtliche Schulen sind privatisiert, wobei die Eltern nicht nur die Lehrkräfte selber bezahlen, sondern auch noch gleich alle lokalen und nationalen Strukturen der Schulbehörden finanzieren müssen. Eine andere Herausforderung waren kulturelle Gegebenheiten, dass beispielsweise jemand mit einem auch noch so kleinen Einkommen dieses mit seiner ganzen Sippe teilen muss. Dies hat zwar soziale Vorteile, jedoch bietet dies wenig Anreiz, sich selber um Arbeit zu bemühen, wenn dann der Lohn doch wieder an alle verteilt werden muss.

Aktionsideen und -Pläne
Wir machten dann den fliessenden Übergang in den dritten Teil des Abends, das Aktiv-werden. Hier einige Aktionsideen (dieses Mal vor allem über Fair Trade) und falls sich etwas ergeben hat auch gleich die Realisationspläne:

1. Info-Abend über Kurzzeiteinsätze
Orientierungsabend über Freiwilligeneinsätze organisieren, mit Erlebnisberichten und Zeugnissen von bereits im Ausland gewesenen. (Patrick: Kongo, Barbara: Peru, Rahel: Mali, Stürmers: Peru etc.) -> noch offen, wer dies organisieren könnte
2. Fair Trade-Stadtplan
Auf einem Berner Stadtplan alle Läden einzeichnen, in denen Fair Trade-Artikel verkauft werden -> Patrick informiert sich bei Claro und Max Havelaar
3. Fair Trade-Kino
Film-Vorführung („We Feed the World“ oder anderer) mit anschliessender Diskussion und Fair Trade-Essen/Party -> Rebecca informiert sich mal in Fribourg nach Möglichkeiten der Umsetzung
4. Fair Trade-Visitenkärtlis
Zum Abgeben in Restaurants, Kleiderläden, Lebensmittelgeschäften etc. wo keine Fair Trade-Produkte verkauft werden; jetzt gilt’s Sprüche sammeln für die Vorderseite der Fair Trade-Kärtlis -> leider hat mir die Zeit nicht gereicht, die Kärtlis wie letztes Mal besprochen herzustellen. Neues Vorgehen: Alle helfen mit, clevere Sprüche für die Vorderseite zu sammeln, z.B. „Fair Trade – eine Sache des guten Geschmacks“ oder „Mir sind Fair Trade-Artikel mehr wert“ oder „Ich will mehr bezahlen, wenn’s fair ist“ etc. Anschliessend gestalte ich die Visitenkarten und drucke einen ersten Satz aus. Ev. hilft dann bei einer späteren Auflage auch die nationale StopArmut Kampagne mit.
5. Fair Trade-Dankeskarten
Anstatt nur immer zu kritisieren, könnten wir auch mal Dankeskarten an Max Havelaar, Claro, Coop, Migros etc. für ihr Fair Trade-Engagement schicken.
6. StopArmut-Tanztheater
Eine grossartige Idee von Sandra, einer Mitarbeiterin bei der Mädchen-Tanzgruppe roundabout vom Blauen Kreuz: Zusammen mit Jugendlichen ein Tanztheater zum Theme Armut und soziale Gerechtigkeit aufziehen. Gesucht werden Mithelfende im Bereich Drehbuch-Schreiben und Event-Koordination. Anita und Barbara werden sich nun mal mit Sandra treffen und das weitere Vorgehen besprechen.

Rückblick Sinnbörse-Abend mit Melba Maggay
Zum Schluss noch ein kurzer Rückblick auf den spannenden Abend am 25. April 2006 mit Melba Maggay, der philippinischen Hauptreferentin des Forum i. Die Sinnbörse, eine Veranstaltung der IVCG, fand an diesem Abend zum Thema “Wort und Tat - Integrale Mission” statt. Melba erzählte uns vom Engagement bei ihrer NGO ISACC, unter anderem von der Hilfsarbeit für Strassenbanden in den Slums von Manila - Motiviertation selber im eigenen Umfeld aktiver zu werden. Hier noch ein kleiner Einblick in die Diskussionrunde.

Melba spricht über Projektarbeit in Slums von Manila


No Comments so far
Leave a comment



Leave a comment
Line and paragraph breaks automatic, e-mail address never displayed, HTML allowed: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

(required)

(required)