Mitschreiben an der digitalen Welt

Wer Computerprogramme schreiben kann, gestaltet die digitale Welt mit – alle anderen sind abhängige Konsumenten. Deshalb sollten am besten schon Kinder die Kulturtechnik des Programmierens lernen. Entscheidend ist ausserdem, dass wir überhaupt mitschreiben dürfen – dafür setzen sich die verschiedenen «Open»-Bewegungen ein.

Beitrag von Matthias Stürmer im UniPress 162/2014

Was ist eine Programmiersprache? Eigentlich nichts anderes als eine Schrift, mit der Menschen mit Maschinen kommunizieren können. Wie bei den menschlichen Sprachen gibt es auch viele verschiedene Programmiersprachen: alte und neue, einfache und schwierig zu erlernende, weit verbreitete und sehr selten verwendete Programmiersprachen. Das von Menschen geschriebene Programm ist der Quelltext, auch Source Code genannt. Für die Ausführung auf dem Computer wird dieser mit einem sogenannten Compiler in Maschinensprache übersetzt, die letztlich die binären Datenketten von 0 und 1 ergeben und von den Mikroprozessoren der Rechner als Software verarbeitet werden können.

Bisher waren es meist ausgebildete Informatiker und clevere Quereinsteiger, die sich beruflich oder in der Freizeit mit Software-Programmierung beschäftigt haben. Heute gibt es mit Code.org, Codeacademy.com oder Codeschool.com immer mehr Internetplattformen, mit denen auch Laien und gar Kinder selbständig programmieren lernen können. Und das macht Sinn, denn im digitalen Zeitalter sollte neben Lesen und Schreiben von herkömmlicher Schrift die Beherrschung der Mensch-Maschinen-Kommunikation – also «Programmieren» – den gleichen Stellenwert erhalten. Software ist heute so wichtig und allgegenwärtig, dass Programmieren als Kulturtechnik gelten muss. Damit werden aus Konsumenten und Zuhörerinnen der digitalen Welt Menschen, die mitschreiben und mitgestalten können – am besten ab dem Grundschulalter.

Auf freie Forschung programmiert

Aber nicht nur Kinder sollen Programmieren lernen, auch für angehende Forschende ist das Beherrschen von Programmiersprachen wichtig. In vielen Disziplinen der Naturwissenschaft wie in der Physik oder der Chemie besteht heute ein wichtiger Teil der Arbeit aus Programmieren – dem Computer Anweisungen und Regeln vorgeben, wie er Daten auszuwerten und darzustellen hat. Wohl für sämtliche Fachrichtungen ist die Visualisierung von Informationen von grossem Nutzen, seien es Statistiken, geografische Darstellungen oder dreidimensionale Abbildungen. Deshalb stehen die Vorlesungen und Seminare am Institut für Wirtschaftsinformatik rund um Datenvisualisierung und Open Data allen Studierenden offen. Dort wird unterrichtet, wie ohne Programmier-Vorkenntnisse mittels moderner Web-Technologien neue Anwendungen entwickelt werden können. Unter den rund 60 Teilnehmenden der ersten Durchführung im vergangenen Frühlingssemester fanden sich neben Betriebswirtschafts- und Informatikstudierenden auch Politologinnen, Psychologen und Sportwissenschaftlerinnen. Die resultierenden 29 Anwendungen, so genannte «Open Data Apps», sind frei zugänglich und wurden in mehreren Online-Publikationen porträtiert.

Verwendet wird in der erwähnten Lehrveranstaltung ausschliesslich Open Source Software, denn diese ist kostenlos und vollständig offen als Internet-Download zugänglich. Die Lernenden müssen keine Lizenzen kaufen, denn Open Source Software ist stets lizenzkostenfrei. Damit werden die Informatikausgaben gesenkt und gleichzeitig wird die Chancengleichheit in der Bildung verbessert. Andererseits ermöglicht diese quelloffene Software, dass der Quelltext uneingeschränkt gelesen, genutzt, verändert und weiterverbreitet werden darf. Software unter einer Open Source Lizenz wird damit zu einem öffentlichen Gut, von dem alle profitieren und zu dem alle beitragen können. Die Offenheit des Quelltextes erlaubt es ausserdem, die Funktionsweise der Programme bis ins letzte Detail zu verstehen und bei Bedarf auch zu erweitern – ein Vorteil aus pädagogischer Sicht, da Neugierde und Verständnis gefördert werden.

Software-Firmen schaffen teure Abhängigkeiten

Was aber, wenn der Quellcode nicht bearbeitet werden kann oder darf? Dann spricht man von proprietärer Software, also Programmen, die Eigentum einer bestimmten Firma sind. Microsoft Word, Adobe Photoshop, Apple-Programme und viele andere gängige Anwendungen sind Beispiele für proprietäre Software. Mit grossen Marketing- und Verkaufsbudgets, weit höher als die eigentlichen Entwicklungsausgaben, machen diese Unternehmen ihre Software-Produkte schmackhaft. Die fehlende Werbung für Open Source Software führt dann dazu, dass in vielen Fällen Schulen, Universitäten, Behörden und Private proprietäre Produkte kaufen, obwohl quelloffene Alternativen oftmals ebenso leistungsfähig sind. Mit diesem Vorgehen entstehen für die Käufer nicht nur kurzfristig hohe Ausgaben für Lizenzen, sondern die Organisationen binden sich auch immer stärker an die Software-Hersteller. Von dieser Abhängigkeit wiederum profitieren die Unternehmen und können weitere Produkte verkaufen und ihre Preispolitik fast beliebig verändern. Es ist somit kein Zufall, dass öffentliche Institutionen bei Informatikbeschaffungen die Aufträge vielfach ohne Ausschreibung freihändig an Firmen vergeben mit der Begründung, dass kein anderes Unternehmen die entsprechende proprietäre Lösung liefern könne.

Im Grunde haben wir damit eine Situation wie in vielen Entwicklungsländern, in denen die Menschen, die nicht lesen und schreiben können, abhängig sind von Schreibern, die mit ihrem geheimen Wissen und Können die schriftliche Kommunikation dominieren. Die Konsequenz für uns ist, dass durch die Fähigkeit, Computerprogramme zu schreiben und nicht bloss Knöpfe zu drücken, die digitalen Kompetenzen der Bevölkerung und damit ihre Macht im Umgang mit diesen Technologien wachsen.

Wir brauchen digitale Nachhaltigkeit

Entscheidend ist neben dem Können aber auch das Dürfen, und dazu braucht es die juristische Freiheit, welche Open Source Software und mit ihr die Vielzahl weiterer «Open»-Bewegungen schaffen. Open Source war in den 90er Jahren nämlich nur der Anfang: So werden heute beispielsweise die Millionen Seiten der Wikipedia von der breiten Öffentlichkeit erstellt und aktualisiert, ohne dass eine einzelne Firma oder Person die Kontrolle darüber hat. Mit Creative Commons Lizenzen für Texte, Bilder, Musik und Filme werden dieselben Möglichkeiten für den Umgang mit Inhalten geschaffen wie mit den Open Source Lizenzen bei der Entwicklung von Software. Und das Open Data-Prinzip macht öffentlich finanzierte Behördendaten und andere Informationen, sofern sie nicht den Datenschutz verletzen oder sicherheitsrelevant sind, frei zugänglich.

Diese und weitere Arbeitsweisen werden als Umsetzungen des Konzepts der «digitalen Nachhaltigkeit» verstanden. Die Brundtland Kommission hat 1987 den Begriff «nachhaltige Entwicklung» definiert: Nachhaltig ist eine Entwicklung, «die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.»

Diese Überlegungen zur nachhaltigen Entwicklung in der physischen Welt können auch in den digitalen Kontext übertragen werden. Allerdings erfordern die unterschiedlichen Eigenschaften dieser zwei Welten ein Umdenken. Während der Gebrauch von physischen Ressourcen stets rivalisierend ist und zu Abnutzung und letztendlich zu Verbrauch führt, verursacht die Nutzung von digitalen Gütern keine Verringerung. Wie das Beispiel der proprietären Software zeigt, können jedoch auch bei digitalen Ressourcen Nutzer ausgeschlossen werden. Gleiches gilt bei Inhalten wie Musikstücken, deren Abspielen beispielsweise mittels digitaler Rechteverwaltung (englisch Digital Rights Management oder kurz DRM) nur begrenzt möglich ist. Bei geschlossenen Datenformaten verhält es sich ähnlich: Zwar könnten die Informationen beliebig oft genutzt, verändert und vervielfältigt werden, jedoch ist deren Struktur mittels geheimgehaltener Codierung nicht zugänglich, ohne dass man dafür teure Programme kauft. Digitale Nachhaltigkeit bedeutet somit freien Zugang zu den Daten (Open Data), zur Datenspezifikation (Open Standards), zur Methode, um die Daten zu lesen (Open Source Software) und zum Datenspeichermedium sowie dem physischen Gerät, um die Daten abzuspielen, das heisst, in eine für Menschen verständliche Form zu bringen (Open Hardware).

Eine Schallplatte im All

Ein historisches Beispiel digitaler Nachhaltigkeit stellen die goldenen Schallplatten dar, die 1977 an Bord der zwei Voyager-Sonden in den Weltraum geschossen wurden. Diese Golden Records bestehen aus vergoldeten Kupferscheiben und haben damit eine geschätzte physische Lebensdauer von mehreren hundert Millionen Jahren. Auf ihrer Oberfläche ist unter anderem mittels ausgeklügelter Skizzen und binärer Zeichen beschrieben, wie die Schallplatte abzuspielen ist, um die darauf gespeicherten Bilder anzusehen und die Töne zu hören. Damit werden alle erwähnten Kriterien der digitalen Nachhaltigkeit erfüllt.

So sollte es ausserirdischen Lebewesen möglich sein, auf diese Informationen zuzugreifen und damit wichtige Anhaltspunkte über das Sonnensystem, die Erde, die Menschen und unsere Lebensweise zu erfahren – sofern sie über Detektoren für elektromagnetische Strahlung (Augen) und akustische Schwingungen (Ohren) verfügen. Ausgerüstet mit diesen «digital nachhaltigen» Schriftstücken fliegen die Raumsonden inzwischen Milliarden von Kilometer ausserhalb des Sonnensystems immer weiter weg – um dann und wann im Abstand von zehntausenden von Jahren mehr oder weniger nahe an anderen Sternen vorbeizukommen.

Kontakt: Dr. Matthias Stürmer, Institut für Wirtschaftsinformatik, Leiter Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeitmatthias.stuermer@iwi.unibe.ch

Interviews, Vortrag und Paper zu digitaler Nachhaltigkeit

Nach gut einem Jahr Aufbauarbeit konnte im August 2014 die Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit endlich mit eigener Website und mit offizieller Medienmitteilung der Universität Bern richtig lanciert werden. Seither gabs Berichte (Der Bund, 4. September 2014) und Interviews (Swisscom-Blog, 2. Oktober 2014) über die Stelle und das Thema, was mich sehr freute (ein weiteres Interview ist in Produktion).

Heute hielt ich an der Semantic MediaWiki Conference in Wien ausserdem den Vortrag “Digital sustainability of open source communities“, in dem ich die 6 Charakteristiken aus dem kurzen ICEGOV 2014 Paper “Characteristics of Digital Sustainability” vorstellte. Urs Binggeli trug zum Vortrag die geniale Idee bei, die Voyager Golden Record mit dem Konzept der digitalen Nachhaltigkeit zu verbinden:

Das waren die Folien des Vortrags:

Kritische Frage an Berner Gemeinderat betreffend Gurlitt-Erbe fürs Kunstmuseum

Kleine Anfrage Matthias Stürmer, EVP: Gurlitt-Erbe fürs Kunstmuseum

8. Mai 2014

In der Presse ist zu lesen, dass der Kunsterbe Cornelius Gurlitt seinen millionenschweren umstrittenen Bilderschatz dem Kunstmuseum in Bern vermacht hat. Der Wert der Bilder von Claude Monet, Edouard Manet, Pablo Picasso und weiteren bekannten Künstlern wird auf eine hohe zweistellige Millionensumme geschätzt. Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass Werke daraus der Raubkunst zuzuordnen ist sowie Herr Gurlitt an der Vermarktung von Raubkunst direkt beteiligt war und damit die Finanzierung des Nazistaats begünstigt hat.

Wie gedenkt der Gemeinderat mit dieser Situation umzugehen? In wiefern kann der Gemeinderat bewirken, dass das Kunstmuseum keine Werke annimmt, die der Raubkunst zuzuordnen sind? Ist der Gemeinderat gewillt dies zu tun?

Mehr Transparenz bei den Stadtberner Finanzen

Transparenz bei öffentlichen Finanzen ist mir ein grosses Anliegen. Zwar ist unser Stadtberner Budget schon nicht schlecht, insbesondere weil es gemäss New Public Management nach Produkten und Produktgruppen mit Steuerungsvorgaben und Kennzahlen aufgegliedert ist. Das hat uns auch erlaubt, das aktuelle Budget der Stadt Bern als interaktive Open Finance App zu visualisieren. Nichtsdestotrotz fehlen meines Erachtens die wichtigen Angaben, ob gewisse Ausgaben von bestimmten Gerichtsentscheiden, übergeordnete Gesetzen, Leistungsverträgen etc. abhängig sind oder ob wir als Stadträte sie tatsächlich unabhängig von äusseren Vorgaben gestalten können. Andere öffentliche Stellen scheinen solche Gliederungen schon lange zu kennen. Die New York Times hat bspw. eine Visualisierung des 2013 US-Budgets vorgenommen, in der die gebundenen vs. ungebundenen Ausgaben ersichtlich sind:

Um eine entsprechende Transparenz der Stadtberner Ausgaben erreichen zu können, haben die GFL/EVP, BDP/CVP, SVP und FDP Fraktionen gestern die interfraktionelle Motion “Abhängige Ausgaben ausweisen um Transparenz bei städtischen Kosten zu schaffen” mit 35 Unterschriften eingereicht. Wir sind nun gespannt, was der Gemeinderat zu dieser neuen Art von Kostentransparenz meint!

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Interfraktionelle Motion GFL/EVP, BDP/CVP, SVP, FDP
(Matthias Stürmer, EVP / Kurt Hirsbrunner, BDP / Ruedi Friedli, SVP / Jacqueline Gafner Wasem, FDP)

Abhängige Ausgaben ausweisen um Transparenz bei städtischen Kosten zu schaffen

Die kompetente und sachlich korrekte Budgetberatung muss eine der Kernkompetenzen des Parlaments sein. Dennoch ist es im Rahmen der Budgetdiskussionen für die Stadträtinnen und Stadträte stets schwierig zu erkennen, über welche Ausgaben das Parlament direkt entscheiden kann und welche Ausgaben von bestimmten übergeordneten Bestimmungen oder vorgängigen Entscheiden abhängig sind. Bei den rund 320 Produkten des Stadtberner Budgets ist denn auch nicht systematisch erfasst, ob eine Ausgabe von einem bestimmten Gesetz oder Gerichtsurteil, vom kantonalen Finanz- und Lastenausgleich FILAG, von einem Leistungsvertrag, einer Investition oder von einer anderen Bestimmung abhängig ist. So ist es dem Gemeinderat heute nicht möglich, eine verlässliche Aussage darüber zu machen, welcher Anteil des Budgets abhängig von externen Vorgaben ist und über welche Ausgaben der Stadtrat autonom entscheiden kann.

Es ist davon auszugehen, dass zur systematischen Ausweisung der Ausgabenabhängigkeiten ein gewisser Mehraufwand notwendig ist. Allerdings kann auch erwartet werden, dass die öffentlichen Stellen in der Stadtverwaltung intern die Abhängigkeiten ihrer Kosten kennen und diese deshalb nicht neu erfassen müssen. In dem Sinne sollte es mit vertretbarem Aufwand möglich sein, anhand dieser Abhängigkeiten dem Stadtrat die geforderten Hintergrundinformationen zur Verfügung zu stellen.

Voraussetzung dafür ist eine für alle städtischen Stellen einheitliche und verbindliche Definition der Begrifflichkeiten. In Artikel 48 des kantonalen Gesetzes über die Steuerung von Finanzen und Leistungen (FLG) ist der Begriff „gebundene Ausgaben“ definiert. Falls zweckdienlich kann diese Vorgabe übernommen werden, ansonsten ist eine für die Stadt Bern passende Definition vorzunehmen.

Die neuen Angaben über die Abhängigkeiten der Ausgaben sollen sowohl im gedruckten Budget als auch in elektronischer Form veröffentlicht werden. Die elektronische Datentabelle soll es den Stadtratsmitgliedern und der Öffentlichkeit erlauben eigenständige Auswertungen der Angaben vorzunehmen.

Somit verlangt diese Motion:

  1. Der Gemeinderat erarbeitet eine für alle Direktionen und Ämter einheitliche und verbindliche Definition von „abhängigen Ausgaben“.
  2. Der Gemeinderat stellt sicher, dass alle Direktionen im Rahmen des Budgetprozesses künftig abhängige Ausgaben auf Produkte-Ebene ausweisen und ebenfalls auf Produkte-Ebene angeben, von welchen Gesetzen, Verträgen sowie anderen Bestimmungen und Beschlüssen diese Ausgaben abhängig sind und wann entsprechende Vorgaben auslaufen.
  3. Der Gemeinderat veröffentlicht die in Ziffer 2 beschriebenen Abhängigkeiten der Ausgaben innerhalb des gedruckten Budgets sowie in einer elektronischen Datentabelle.

Drei Monate Fraktionspräsident ad interim

Wegen des dreimonatigen Sabbaticals unseres GFL/EVP-Fraktionspräsidenten Daniel Klauser erhielt ich als Vizepräsident die Gelegenheit, von den Herbstferien bis Ende 2013 unsere damit neunköpfige Stadtratsfraktion zu leiten. Es war sehr lehrreich, plötzlich vom Beifahrer- zum Führersitz zu wechseln. Ich war verantwortlich für unsere Fraktion und über ein Dutzend Sitzungen. Darum musste ich alle Geschäfte genau durchlesen, die Fraktionssitzungen vorbereiten und leiten sowie die Rednerinnen und Redner bestimmen. Dazu kam die Koordination mit den zwei Rot-Grün-Mitte-Partnerfraktionen sowie einige administrative Aufgaben für das Ratssekretariat. Meine Herausforderung lag darin, die Meinungen aus der Fraktion zusammenzuführen und meine eigene Position eher zurückzuhalten – was mir nicht immer gelang. Auch die verschiedenen Medienanfragen zu tagesaktuellen Themen, die ich zeitnah im Namen der Fraktion beantworten musste, waren anspruchsvoll, hatten wir doch als GFL/EVP-Fraktion die Themen oft noch gar nicht vorbesprochen. So bin ich froh, um die eine Erfahrung der politischen Führungsfunktion reicher zu sein, freue mich aber auch auf das neue Jahr, in dem ich wieder vermehrt inhaltlich aktiv sein kann.

Diskussion zu Menschenhandel und Prostitution auf TeleBielingue

Letzte Woche hatte ich die Möglichkeit, im Rahmen der Sendung NACHGEFRAGT auf TeleBielingue meine Position bezüglich Menschenhandel und Prostitution dazulegen und mit der XENIA-Stellenleiterin Martha Wigger und TV-Moderator Peter Tanner zu diskutieren. Ausgangspunkt ist das überwiesene Postulat “Stopp dem Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung” von EVP-Nationalrätin Marianne Streiff-Feller, das einen Prüfbericht über den Zusammenhang zwischen Menschenhandel und dem Schweden-Modell fordert.

Interview zu Netzneutralität im asut-Bulletin

Letzte Woche erschien das Bulletin des Schweizerischen Verbands der Telekommunikation asut zum Schwerpunktthema Netzneutralität. Darin schreibt Balthasar Glättli, warum er eine Motion zur gesetzlichen Verankerung der Netzneutralität eingereicht hat. asut-Präsident Peter Grütter lehnt hingegen eine solche staatliche Regulierung klar ab. Im Interview mit mir als Geschäftsführer der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit versuche ich zu erklären, weshalb ich eine strenge Branchenregulierung als den wirksamsten und schnellsten Weg zum Ziel ansehe: offener und fairer Internetzugang für alle Akteure.

Podiumsdiskussion: Hüttendorfzone – aus den Augen, aus dem Sinn?

Nach der Pressekonferenz von letzter Woche fand gestern eine spannende EVP-Mitgliederversammlung statt. Stadtratskollegin und Fraktionspräsidentin des Grünen Bündnis Stéphanie Penher und ich diskutierten über die kommende Abstimmung “Zonenplan Riedbach” – oder ehrlicherweise “Stadtnomaden in Riedbach: Ja oder Nein”. Wolf Röcken von der Berner Zeitung konnte uns Streithähne bzw. -hennen erfolgreich dirigieren. Am Schluss konnten die EVP-Mitglieder die Parole zur Abstimmung fassen: Sie fiel deutlich ablehnend gegenüber der Vorlage aus. In der heutigen Berner Zeitung ist ein ausführlicher Bericht über die Podiumsdiskussion und weitere Infos über die Abstimmung:

Neuer Job, neues Büro, selbe Themen

Hier eine Meldung in eigener Sache zu meinem neuen Job am Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI) der Universität Bern:

Dr. Matthias Stürmer als Oberassistent am IWI Bern mit Fokus auf Themen rund um Digitale Nachhaltigkeit

Per 1. August 2013 hat Dr. Matthias Stürmer am Institut für Wirtschaftsinformatik in der Abteilung Informationsmanagement seine Stelle als Oberassistent angetreten. Er hat 2000 bis 2005 an der Universität Bern Betriebswirtschaft und Informatik studiert und seine Lizentiatsarbeit am IWI bei Prof. Dr. Thomas Myrach zum Thema Open Source Community Building geschrieben. Danach doktorierte er bis 2009 an der ETH Zürich am Lehrstuhl für Strategisches Management und Innovation bei Prof. Dr. Georg von Krogh.

Matthias Stürmer arbeitete anschliessend 4 Jahre in der Privatwirtschaft, zuletzt als Berater bei EY (Ernst & Young) im Bereich Open Source Software Management, Open Government und Social Media. Am IWI Bern fokussiert er sich als Forscher, Oberassistent in der Lehre und Berater auf Themen rund um Digitale Nachhaltigkeit und behandelt dabei die Schwerpunkte Open Source, Open Data, Open Government und Netzpolitik. Weitere Informationen zu seinem beruflichen Hintergrund und seinen Publikationen sind seiner Portrait-Website zu entnehmen.

Die Türen zu meinem Büro sind (fast) immer offen, Gäste für einen Kaffee oder Feierabendbier sind gerne willkommen! Meine neuen Koordinaten sind:

Dr. Matthias Stürmer
Oberassistent mit Fokus Digitale Nachhaltigkeit

Institut für Wirtschaftsinformatik
Abt. Informationsmanagement
Büro 309
Engehaldenstrasse 8
CH-3012 Bern

Tel: +41 31 631 38 09
Mobile: +41 76 368 81 65
Tel: +41 31 631 47 85 (Sekretariat)
Fax: +41 31 631 46 82
Email: matthias.stuermer@iwi.unibe.ch
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