Interview für die EVP Kanton Bern

In der aktuellen EVP Kanton Bern Zeitung (Ausgabe September 2012) habe ich ein kurzes Interview über meine Motivation für die Gemeinderatskandidatur gegeben:

ZU BESUCH BEI
Matthias Stürmer, Bern

Auf einer gemeinsamen Liste von vier Mitteparteien kandidiert EVP-Stadtrat Matthias Stürmer im November 2012 für den Stadtberner Gemeinderat. Der 32-jährige Matthias Stürmer ist seit einem Jahr im Berner Stadtparlament. «Die Stadtpolitik macht mir sehr viel Spass», erklärt der engagierte Dr. sc. ETH Zürich und dreifache Familienvater.

Was bewog die EVP für den Gemeinderat zu kandidieren?

Dass wir eine gemeinsame Liste von BDP, CVP, glp und EVP zusammenstellen konnten. Die EVP allein ist klein, die vier Parteien zusammen bilden hingegen einen wichtigen Teil im Politspektrum. Dass die Mitte insgesamt einen Aufschwung erlebt, ist eine Chance für die EVP.

Wie erlebst du die Zusammenarbeit mit den drei andern Parteien?

Als sehr gut und konstruktiv. Wir haben auch bereits einiges zusammen erlebt, Lob und Kritik von den Medien erfahren. Dies schweisst zusammen. Schade ist bloss, dass unsere Fraktionspartnerin GFL nicht als fünfte Partei mit dabei ist. Sie würde gut auf die Mitte-Liste passen.

Was motiviert dich persönlich zu dieser Kandidatur?

Die Parlamentsarbeit macht mir Spass und gibt mir Einblick in die politischen Geschäfte. Doch ich sehe mich langfristig eher auf der operativen Seite, wo ich etwas koordinieren und umsetzen kann – sei dies in der Politik, der Verwaltung oder der Privatwirtschaft. Ich bin nicht ideologisch fixiert und relativ kompromissbereit. Das Amt eines Gemeinderats reizt mich sehr und ich kann mich darin vorstellen.

Wo siehst du in Bern den grössten Handlungsbedarf?

In der Stärkung der Stadt als Dienstleister für die Bevölkerung. Die Prozesse sind oft umständlich. Manches könnte effizienter und teils weniger ideologisch angegangen werden. Ein wichtiges Thema ist für mich Transparenz – etwa beim 600-seitigen Budget der Stadt Bern. Durch Gespräche mit der Stadtkanzlei und dem Finanzverwalter konnte ich erreichen, dass dieses neu maschinenlesbar zugänglich ist. Das ermöglicht grafische Darstellungen, mehr Klarheit und eine sachlichere Diskussion.

Wie präsentierst du dich der Wählerschaft?

Neben den traditionellen EVP-Themen wie Familie, Bildung und Umwelt möchte ich das Thema Offenheit und Transparenz in den Vordergrund stellen. Einerseits ganz konkret zum Beispiel bei der Vergabe von EDV-Aufträgen, anderseits indem die Verwaltung für alle Bevölkerungsschichten transparent sein soll. Ich setze mich schon als Stadtrat für Open Government, also eine transparente Verwaltung, ein, und könnte dies als Gemeinderat noch stärker tun.

Wieweit prägt dich dein Christsein als Politiker?

Ich will nicht der ganzen Politik einen christlichen Rahmen überstülpen, aber meine persönliche Werthaltung in die Politik einbringen. Im persönlichen Gespräch mit andern Politikern werde ich als EVP-Mitglied oft auf den Glauben angesprochen. Dies gibt die Möglichkeit, meinen christlichen Lebensstil und meine christlichen Werte zu erklären. Zu letzteren gehört auch eine Balance zwischen Selbstverantwortung und Nächstenliebe, die beide von Evangelium gefordert werden. Dazu passt die Mitte-Position der EVP. Linke Politiker betonen oft einseitig die Nächstenliebe, rechte die Selbstverantwortung.

Interview: Christof Erne

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