Digitale Kompetenzen in Stadtberner Schulen

Editorial in EVP Info 1/2015 Stadt Bern

Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) sind in unserer Gesellschaft schon heute wichtig und werden in Zukunft noch wichtiger. Eine besonders zentrale Rolle spielt ICT im Bildungsbereich, wo die nächsten Generationen ausgebildet werden. Die Gefahr besteht jedoch, dass sich durch ungleiche Voraussetzungen ein „digitaler Graben“ bildet, also Unterschiede zwischen den sozialen Schichten auch bezüglich ICT-Fähigkeiten zunehmen. Ich bin deshalb überzeugt, dass digitale Kompetenzen allen Schülerinnen und Schülern in gleichem Umfang möglichst früh gelehrt werden müssen um von Anfang an die Chancengleichheit sicherzustellen.

Dies sieht auch der Lehrplan 21 vor, der den beiden Bereichen Medien und Informatik einen hohen Stellenwert beimisst. Informatik- und Medienkompetenz wird als vierte Kulturtechnik verstanden, die neben Schreiben, Lesen und Rechnen zu den Grundkompetenzen gehören, welche die Volksschule zu vermitteln hat. Konkret bedeutet dies, dass die Lernenden beispielsweise die Möglichkeiten und Risiken von sozialen Medien kennen und den bewussten Umgang damit beherrschen. Bei der Informatikkompetenz sollen die Funktionsweise von Anwendungen und die Entwicklung von kleinen Software-Programmen erlernt werden.

Wie ist nun die heutige Informatiksituation in den Berner Schulen? 2006 hat die Stimmbevölkerung den 8.5 Millionen Franken Kredit für eine neue Schulinformatik genehmigt. Mit dem Programm „base4kids“ haben die rund 8000 Stadtberner Schulkinder nun seit 2009 Zugang zu Computer und Internet. In insgesamt 46 Schulhäuser stehen zur Zeit 2100 Laptops und PCs, die mit einem pädagogischem Konzept im Unterricht eingesetzt werden. Das ist eine gute, aber nicht ausreichende Grundausrüstung für die Zukunft, denn an vielen Schulen ist der Internetanschluss noch zu langsam und sind zu wenige Arbeitsgeräte vorhanden.

Damit die junge Generation einen gleichberechtigten Zugang zur digitalen Welt erhalten kann, sind neben einer besseren Infrastruktur vor allem auch neue Lernformen notwendig. Um einen selbstbewussten Umgang mit Informatik zu gewinnen, ist es meines Erachtens wichtig, dass alle Schülerinnen und Schüler grundlegende Erfahrungen in der Programmierung von einfachen Anwendungen machen können. Mit zahlreichen kostenlosen Lernmittel auf www.code.org oder www.codeschool.com ist es heute möglich, die Konzepte der Software-Entwicklung spielerisch kennen zu lernen. Nutzen wir also die Chance und lassen unsere Kinder die nötigen Fähigkeiten für die digitale Welt der Zukunft erlernen!

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