Smartphone Apps zum Guten und Schlechten

Editorial EVP Info September 2016

Unser Leben hat sich rasant verändert seit Apple vor bald 10 Jahren das erste iPhone auf den Markt gebracht hat. Am Anfang war es eine Spielerei für ein paar wenige, unterdessen besitzen bereits drei von vier Schweizern ein Smartphone. Täglich verbringen wir viel Zeit damit: Laut einer aktuellen Studie benützen durchschnittliche Anwender ihr Smartphone während über zwei Stunden 76 Mal pro Tag. Oft werden Games gespielt (Pokémon Go lässt grüssen…) oder Facebook genutzt. Manche Anwendungen (kurz: Apps) können aber auch einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen.

So hat die Stadt Zürich vor drei Jahren die App „Züri wie neu“ lanciert. Damit lassen sich Infrastrukturschäden wie Schlaglöcher, kaputte Parkbänke oder defekte Ampeln melden. Die bis jetzt über 8500 Meldungen zeigen, dass die Anwendung einem Bedürfnis entspricht, rasch und unkompliziert Schäden zu melden. Neue Technologien verbessern so die Partizipationsmöglichkeiten der Bürger. Solche Apps sind ausserdem eine Chance für die Verwaltung, in der heutigen anonymen Zeit wieder mehr Bürgernähe zu schaffen. So soll auch in der Stadt Bern dieses System getestet werden, wie die EVP in einem aktuellen, interfraktionellen Vorstoss fordert.

Die digitale Transformation unserer Gesellschaft hat leider auch ihre Schattenseiten. In der Schule ist zum Beispiel Cyber Mobbing eine ernstzunehmende Realität. Jugendliche können heutzutage mittels Klassen-Chats auf WhatsApp und Facebook rund um die Uhr gemobbt werden. Oder „Sexting“, das Versenden von Nacktfotos um seine Liebe zu beweisen, ist heute bei Teenagern oftmals eine Selbstverständlichkeit. Wenn die Beziehung auseinander geht, können solche Bilder rasch unkontrolliert weitergeleitet werden. Umso wichtiger ist Prävention durch Ausbildung in den Schulen. Lehrkräfte müssen dem Thema Medienkompetenz genügend Raum bieten, damit die Schüler das Potential, aber auch die Gefahren der digitalen Medien verstehen und diese sinnvoll einsetzen können.

Gelingt dies, besitzt die neue Generation von „Digital Natives“ die Chance, heutige städtische Probleme in Zukunft auf innovative Weise zu lösen. Die Prinzipien der „Sharing Economy“ erlauben beispielsweise das einfache Teilen von Autos (siehe Sharoo). Belegen heute viele Wagen in der Stadt grosse Parkplatzflächen, benötigen ideal geteilte Autos künftig viel weniger Parkplätze. Die Umsetzung von solchen Diensten wird durch intuitiv bedienbare Smartphone Apps ermöglicht – eingesetzt zum Guten.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

HTML-Tags sind nicht erlaubt.