Politik-Pause

Medienmitteilung der EVP Stadt Bern

In den letzten Monaten reifte der Gedanke, dass es Zeit für eine Politik-Pause ist. Mit einem spannenden Job an der Uni Bern, wo ich forschen, dozieren und ein Team von 20 Mitarbeitenden führen sollte, mehreren Verbandstätigkeiten sowie einer Familie mit drei Kindern, blieb in letzter Zeit neben den regulären Stadtrats- und Kommissionssitzungen wenig Kapazität für zusätzliches politisches Engagement. So habe ich mich entschieden, per Ende Oktober 2019 aus dem Stadtrat zurückzutreten.

Einerseits freue ich mich, künftig etwas mehr Raum für meine Aufgaben an der Universität sowie mehr Flexibilität für meine Familie zu haben. Andererseits ist der Rücktritt aus dem Stadtrat auch ein Loslassen von einer Tätigkeit, die ich in den letzten acht Jahren mit grosser Leidenschaft ausgeübt habe. Die vielen politischen Geschäfte und Vorstösse, aber auch die unzähligen spannenden Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen sind eine grosse Bereicherung gewesen. Gerne blicke ich auf zahlreiche Momente zurück, beispielsweise gleich auf den Start im Stadtrat.

Es kommt mir vor, als wär’s erst gestern gewesen: Ausgerechnet an meiner ersten Stadtratssitzung am 20. Oktober 2011 wurde ein Vertrag mit Microsoft von CHF 330’000 behandelt. Durch gutes Coaching meiner Fraktion (und natürlich ein bisschen Anfänger-Bonus ;) ) konnte ich den Stadtrat von der Ablehnung dieses fraglichen Geschäfts überzeugen – obwohl es von der Kommission vorgängig einstimmig zur Annahme empfohlen wurde. Die damals zuständige Gemeinderätin Barbara Hayoz war ziemlich entrüstet über diese unerwartete Niederlage. Mir zeigte das Beispiel vom ersten Tag an, dass man in der Politik tatsächlich etwas bewegen kann.

Informatik und Open Source waren in den folgenden Jahren auch meine politischen Schwerpunkte im Stadtrat. Verschiedene weitere Geschäfte und Vorstösse dazu folgten – einige kamen durch, andere wurden abgeschmettert. Gerade diese Dynamik von Erfolg und Misserfolg zeigte mir, mit persönlichen Siegen und Niederlagen umzugehen – wohl ähnlich wie bei sportlichen Wettkämpfen. Des Weiteren lernte ich in der Zeit als Stadtrat mit Menschen mit ganz anderen politischen Meinungen respektvoll zu diskutieren und bei gemeinsamen Themen auch zusammenzuarbeiten. Entscheidend war letztlich immer, eine Mehrheit für ein Anliegen zu schaffen. Diese Erkenntnis sowie die viele Übung beim frei Reden und beim Moderieren sind wertvolle Erfahrungen, die mir heute bei Sitzungen an der Uni oder in Vorständen helfen meine Positionen gut zu vertreten.

So blicke ich mit grosser Dankbarkeit auf die Zeit als Stadtrat zurück, freue mich auf die freien Abende und warte gespannt, wie meine politische Zukunft bei der EVP aussehen wird.

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