Für eine kundenfreundliche Stadt Bern

Mein Votum zum Postulat Barbara Streit-Stettler (EVP): Öffnungszeiten der Einwohnerdienste moderat ausdehnen

“Wir haben gelesen, dass die Einwohnerdienste jährlich rund 100‘000 Kunden bedienen. Fast so viele Leute wie die ganze Berner Stadtbevölkerung trabt somit einmal pro Jahr bei den Einwohnerdiensten an. Viele Bürgerinnen und Bürger haben ausschliesslich über die Einwohnerdienste Kontakt mit der Stadtverwaltung. Wichtig also, dass wir hier als Verwaltung und auch als Politiker eine gute Falle machen und einen optimalen Service sicherstellen. Die Einwohnerdienste sind unsere Visitenkarte.

Momentan sind die Einwohnerdienste bloss von 10 bis 4 Uhr am Nachmittag geöffnet. Gleichzeitig muss man regelmässig 10, 20 oder noch mehr Minuten warten bis man endlich dran kommt. Noch schlimmer ist es beim Emailverkehr. Da muss man bis zu einer Arbeitswoche auf eine Antwort warten. Und beim Telefondienst habe ich mal tatsächlich 55 Minuten vergeblich in der Schlaufe gewartet. Als Beweis kann man das Video auf Facebook anschauen…

Ich finde diese Situation verheerend, wie die Behörden ihre Steuerzahler empfängt! Das Postulat meiner Parteikollegin Barbara Streit wurde im Sommer 2010 eingereicht. Jetzt nach über zwei Jahren ist die Situation kein Strich besser. Der Gemeinderat schenkt den Einwohnerdiensten, diesem wichtigen Gesicht der Stadt Bern, ganz offensichtlich viel zu wenig Priorität.

Bei der Swisscom muss das Topmanagement jeweils einen Tag im Jahr in den Swisscom Kundenshop arbeiten gehen um den direkten Kontakt zu den Kunden zu behalten und deren Puls zu spüren. Wie steht der Gemeinderat zu dieser Idee?

Punkt 1

Unter der Annahme, dass die Zahlen stimmen, ist für uns Punkt 1 zufriedenstellend beantwortet. Wir nehmen somit den Bericht in diesem Punkt an.

Punkt 2

Bei Punkt 2 hat uns erstaunt, dass die spärlichen Stellen offenbar mit Doppelerfassungen beschäftigt sind weil eine IT-Schnittstelle nicht wie gefordert umgesetzt werden konnte. So etwas ist inakzeptabel. Auch die halbe Million Mehrkosten für die wöchentlich bloss 4 Stunden längeren Öffnungszeiten finden wir fragwürdig hoch. Man könnte sicher auch mit reduziertem Betrieb, so wie das Postulat sagt „moderat“, die Öffnungszeiten ausdehnen. Oder warum nicht täglich von 2 Uhr Nachmittags bis 8 Uhr Abends. Und scheint die Antwort zu diesem Punkt in die Kategorie „Wir wollen nichts ändern“ zu fallen. Darum lehnen wir den Bericht zu Punkt 2 ab und erwarten entsprechend einen besseren Lösungsvorschlag.

Abschliessend ist anzumerken, dass die Stadt Bern mit anständigen E-Government Diensten bei den Einwohnerdiensten wesentlich Ressourcen sparen könnte. Bis dies soweit ist, erwarten wir klar bessere Schalteröffnungszeiten und Antwortzyklen. Wir werden die Situation weiter beobachten und gegebenenfalls weitere Vorstösse einreichen.”